Detektion von Walen mit modernster Technologie

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Rheinmetall Defence und das Alfred-Wegener-Institut haben gemeinsam ein automatisches infrarotbasiertes Überwachungs- und Alarmierungssystem zum Schutz von Walen und anderen Meeressäugern (AIMMMS – Automatic Infrared Marine Mamal Mitigation System) entwickelt.

Das System ist darauf ausgelegt, die Auswirkungen von seismischen Offshore-Projekten auf Meeressäugetiere, insbesondere auf Wale, zu reduzieren.

Seit Anfang der 1970er-Jahre zeigen sich Wissenschaftler besorgt über den beträchtlichen Anstieg von anthropogenen Unterwassergeräuschen, die kurz- und langfristig negative Auswirkungen auf die Meeresfauna haben, da die meisten Meeressäuger und viele Fischarten für die Kommunikation, Futtersuche und Navigation auf Wasserschall angewiesen sind.

Zum Schutz der Meeressäuger wurden deshalb bereits von vielen nationalen Regulierungsbehörden Standard-Auflagen entwickelt, wie das Abschalten von Systemen, die laute Unterwassergeräusche erzeugen – z.B. Schallkanonen (Airguns) oder anderen seismischen Anlagen, – wenn sich Meeressäugetiere in der Nähe eines Schiffes befinden. Auch die Genehmigungen zur Verwendung von eben solchen Schallkanonen werden üblicherweise an die Auflage geknüpft, dass mindestens 30 Minuten vor Einsatz des Geräts keine Wale gesichtet wurden.

Die Detektion von Walen basiert dabei meist auf visuellen Sichtungen des Walblases durch spezielle Walbeobachter. Diese Methode kann nur bei Tageslicht angewendet werden, sodass Schallkanonen nachts nicht eingeschaltet werden können. Zudem sind auf Fahrten, die mehrere Monate dauern, große Teams von geschulten Wahlbeobachtern erforderlich (was mit hohen Kosten verbunden ist), damit die Walbeobachter wegen ihrer monotonen und ermüdenden Aufgabe regelmäßig abgelöst werden können.

AIMMMS ist ein automatisches Überwachungssystem mit 360°Rundumerfassung, das eine simultane automatische Detektion und Anzeige von verschiedenen Ereignissen ermöglicht, wie den Blas von Walen, mit einem Panoramabild in Echtzeit.

AIMMMS – Automatic Infrared Marine Mammal Mitigation System

Funktionen

  • Automatische Detektion des Walblases innerhalb eines Radius von mehr als 2 Seemeilen vom Detektor.
  • Unverzügliche Anzeige der Position von Detektionsergebnissen sowie Prognose von potenziellen zukünftigen Bewegungsrichtungen der Wale.
  • Sofortige Bereitstellung der letzten 10 Ereignisse in Endlosschleifen zur einfachen Verifikation durch unabhängige menschliche Beobachter, wodurch die Arbeit der geschulten Walbeobachter deutlich erleichtert wird.
  • Automatische Protokollierung und Dokumentation der Ereignisse für nachträgliche Begutachtung durch Regulierungsstellen und Betreibergesellschaften.

Technische Details

  • Sichtfeld 360 Grad horizontal (Rundumblick) und 18 Grad in Elevation
  • Mechanische Stabilisierungseinheit zum Ausgleich von Schiffsbewegungen (12 Grad je Achse)
  • 5Hz Bildwiederholfrequenz
  • Echtzeit-Tracking und Visualisierung von Ereignissen
  • 24-Stunden-Betrieb möglich

Die AIMMMS-Hard- und Software wurde während der letzten zwei Jahre auf verschiedenen Expeditionen in der Arktis und Antarktis von unserem Entwicklungspartner und Erstkunden, dem Alfred-Wegener-Institut, in kaltem Wasser (<10ºC) umfangreich gestestet und optimiert.

Tests in wärmeren Gewässern (wärmer als 10°C/50°F) und für die Detektion von anderen Meeressäugern stehen noch aus. Falls Ihr Projekt unter diese vorgenannten Kategorien fällt, wäre die Verwendung von AIMMMS zum aktuellen Zeitpunkt eher explorativer Art.

Während der SEG-Conference 2011 in San Antonio, Texas, und auch danach zeigten sich folgende Interessenvertreter sehr interessiert an AIMMMS:

  • Öl- und Gasproduzenten
  • Geophysikalische Unternehmen
  • Unabhängige Berater
  • Marine Mammal Observer
  • Zuständige Behörden/ Regulierungsbehörden
  • Forschungsinstitute

Auf die individuellen Kundenanforderungen geht Rheinmetall auch mit den flexiblen Kauf- oder Mietoptionen ein.

  • Rheinmetall Electronics GmbH

    Geschäftsbereich Mission Equipment

    Brüggeweg 54
    28309 Bremen
    Deutschland
    Telefon: +49 421 1080-0
    Fax: +49 421 1080-2900

  • Stiftung Alfred-Wegener-
    Institut für Polar- und
    Meeresforschung in der
    Helmholtz-Gemeinschaft

    Am Handelshafen 12
    27570 Bremerhaven
    Deutschland

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