Beim Turmsystem LANCE erreicht Ingenieurskunst neue Höhen

Bereits in der Antike gehörte der bewegliche Angriffsturm zum festen Repertoire der Kriegsmaschinen. Während die Griechen auf Gigantomanie und Einschüchterung setzten, entschieden sich die Römer mit ihrem Turris ambulatoria für eine modulare und mobilere Bauweise, die sich dem Angriffsziel besser anpassen ließ. Über 2.000 Jahre später hat sich an der römischen Grundidee, flexibel und möglichst geschützt mit hoher Feuerkraft gegen Angreifer zu wirken, nicht viel geändert. Die Ausführung modernster Turmsysteme für gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge hat allerdings nichts mehr mit den hölzernen antiken Vorbildern zu tun. Turmsysteme wie LANCE oder sein ferngesteuerter Bruder LANCE RC von Rheinmetall Defence gelten als Meisterleistung innovativer Ingenieurskunst. Mit ihrem enormen Aufwuchspotenzial sind die modernen Türme darüber hinaus schon jetzt für Herausforderungen kommender Jahrzehnte vorbereitet.

Rheinmetall ist seit mehr als fünf Jahrzehnten einer der führenden Lieferanten von Turmsystemen. Weltweit wurden schon mehr als 6.000 Türme, vollgepackt mit High-Tech, an verschiedene Kunden geliefert. Darüber hinaus ist das Systemhaus einer der führenden Anbieter von Feuerleitsystemen sowie von mittel- und großkalibrigen Waffen, mit weit mehr als 10.000 Lieferungen rund um den Globus. Weitreichend ist auch das Know-how in der Rad- und Kettenfahrzeug- Technologie. All dieses Wissen ist nun in den LANCE-Turm als besonders modulares, mobiles und modernes System eingearbeitet worden. „Das LANCE-Turmsystem unterstreicht das Ziel von Rheinmetall, Streitkräfte mit einer umfassenden Palette an modularen Systemen zu versorgen“ erklärt Andreas Riedel, Produktbereichsleiter Turmsysteme bei Rheinmetall Landsysteme. „In einer Zeit unvorhersehbarer Herausforderungen bei militärischen Einsätzen, bedeutet eine größtmögliche Flexibilität bei der Kombination von Technik für militärische Entscheidungsträger maximale Handlungsfreiheit.“ Tatsächlich ist die technische Variabilität bei LANCE fast grenzenlos. Der Turm mit seiner Waffe lässt sich in nahezu jedes geeignete gepanzerte Rad- oder Kettenfahrzeug integrieren und wird damit hochmobil. Riedel: „Damit wird der Soldat im Einsatz in seinem gepanzerten Fahrzeug nicht nur gegen ballistische Bedrohungen, Minen und Sprengfallen geschützt, sondern kann zugleich den Gegner mit präziser Feuerkraft bekämpfen.“

Hauptwaffe ist die von Rheinmetall entwickelte und gebaute Maschinenkanone MK30-2 / ABM. Der Einsatz dieser Kanone bringt für die Fahrzeugbesatzung eine Reihe von Vorteilen: Im Turm werden 200 Schuss zweier verschiedener Munitionstypen an der Hauptwaffe bevorratet. Nachmunitioniert wird ohne dass die Soldaten den geschützten Fahrzeugraum verlassen müssen. Der Turm erlaubt die erfolgreiche Bekämpfung von bewegten Zielen auch aus der Eigenbewegung mit hoher Präzision und Wirkung. Natürlich lassen sich auch andere Waffen verschiedener Kaliber oder Lieferanten in den LANCE-Turm integrieren. Volle Flexibilität ist auch hier gewährleistet.

LANCE ist mit einem modernen volldigitalen Feuerleitsystem ausgestattet. Zwei elektro-optische Sichtgeräte – jeweils mit einer hochauflösenden Kamera, einer Wärmebildkamera und einem Laser-Entfernungsmesser versehen – sind ebenfalls vorhanden. Eines der Sichtgeräte ermöglicht eine 360-Grad-Rundumsicht, unabhängig von der Bewegung des Turms. Besonders vorteilhaft: Jedes System kann sowohl vom Kommandanten als auch vom Richtschützen betrieben werden. Mit LANCE RC verwirklicht das modulare Konzept außerdem eine ferngesteuerte Konfiguration des Turmsystems. Über die Basisversion hinaus sind verschiedene zusätzliche Ausstattungen integrierbar: Ein Situational Awareness System (SAS), eine unabhängige Waffenstation, C4I-Systeme für vernetzte Operationsführungen oder eine zusätzliche Kommandanten-Optik sind nur einige Beispiele für die schier unendlichen Erweiterungsmöglichkeiten. Damit ist der LANCE-Turm schon heute fit für die Zukunft.

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