Keine Chance für Heckenschützen

Heckenschützen sind für die Bundeswehr und ihre Bündnispartner bei internationalen Friedensmissionen ein großes Problem. In Siedlungen oder manchmal sogar im freien Gelände schlagen Attentäter immer wieder aus dem Hinterhalt zu. Sie nehmen Soldaten unter Beschuss und entkommen dann unerkannt. Künftig haben die Attentäter nur maximal einen Schuss frei. Sofort mit dem Abfeuern ihrer Waffe werden die versteckten Schützen vom innovativen Akustischen Schützen-Lokalisations-System (ASLS) geortet.

Das kompakte Schützen-Lokalisations-System besteht aus einem leistungsstarken akustischen Sensor mit integrierter Auswerteelektronik sowie einer Bedien- und Anzeigeeinheit. Der für eine 360-Grad-Abdeckung konzipierte Sensor verfügt über acht Spezialmikrofone, die den akustischen Fingerabdruck von abgefeuerten Waffen messen. „Ein Schuss ist zwangsläufig mit zwei markanten akustischen Ereignissen verbunden“, erläutert Andreas Jung, zuständiger Vertriebsingenieur der Rheinmetall Electronics, das Ortungsprinzip des Systems. „Sobald das Geschoss den Lauf verlässt, entsteht ein Mündungsknall. Und solange sich das Geschoss mit Überschallgeschwindigkeit durch die Luft bewegt, erzeugt es einen Geschossknall. Beide Schallwellen werden von den Mikrofonen registriert.“ Das System schlägt dann sofort Alarm – akustisch und visuell. Ferner berechnet es präzise Azimut, Elevation sowie Entfernung und zeigt die Ergebnisse der Schützenortung auf der Bedien- und Anzeigeeinheit an oder leitet sie an vorhandene Systeme weiter. Die Darstellung der Ergebnisse ist z. B. auch in C4I-Systemen möglich.

Auf der Suche nach Gefahren müssen sich mit einem ASLS ausgerüstete Soldaten und Fahrzeugbesatzungen nicht mehr nur auf ihre eigenen Augen und Ohren verlassen. Ohnehin ist die ASLSLeistungsfähigkeit dem menschlichen Hörvermögen deutlich überlegen: Frequenzanteile werden erfasst, die außerhalb des menschlichen Hörbereichs liegen. Und auch sehr kurzzeitige Ereignisse werden im Millisekunden- Bereich zuverlässig registriert. Darüber hinaus verfügt das ASLS über integrierte Lagesensoren und einen GPSSensor, die eine präzise Ortsbestimmung des Angreifers selbst während der Fahrt gestatten.

ASLS ist sehr kompakt konstruiert: Insgesamt ist das System mit knapp 5 kg sehr leicht und kommt mit weniger als zwei Watt Energie aus. Damit kann das System über einen längeren Zeitraum unabhängig vom Fahrzeug oder sogar mobil betrieben werden. Die Auswerteergebnisse lassen sich sowohl kabelgebunden als auch drahtlos zur Bedien- und Anzeigeeinheit übermitteln.

Ein hohes Aufwuchspotenzial lässt Spielraum für unzählige Einsatz- und Systemoptionen. Dank Schnellbefestigungen ist ein fahrzeugspezifischer Rüstsatz nicht zwingend nötig: Weniger als 15 Minuten werden benötigt, um das System selbst in kleine Fahrzeuge einzurüsten. Als Bedien- und Anzeigegerät kommt eine kompakte tragbare Komponente zum Einsatz, die an ein Smartphone erinnert. Durch die geringe Aufbauhöhe des Systems auf einem Fahrzeug wird der Richtbereich einer Waffenstation in Azimut und Elevation so gut wie nicht eingeschränkt.

Besonders hoch sind in Krisensituationen die Anforderungen an eine einfache und effektive Handhabung. Hier unterstützt die direkte Anbindung an bereits eingerüstete Systeme. Zielinformationen vom ASLS können verzugslos in Form etwa eines Symbols in einem integrierten Bedienund Anzeigegerät angezeigt werden und direkt an einen elektro-optischen Sensor wie z.B. das Situational Awareness System (SAS) oder einer Waffenstation zur unmittelbaren Objektverifikation bzw. Bekämpfung übermittelt werden. So lassen sich Leib und Leben der Truppen im Einsatz noch besser schützen. Denn bei einem ASLS-Alarm ist auf jeden Fall eine sofortige Reaktion angesagt.

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