Pressestimmen: Aufklären, führen, wirken, ausbilden

Rheinmetall als Partner der Artillerie im 21. Jahrhundert

Rheinmetall war schon ganz zu Beginn seiner über 125 jährigen Geschichte ein verlässlicher Partner der Artillerie. Bis heute findet das von Unternehmensgründer Heinrich Ehrhardt erfundene Press- und Ziehverfahren nahtloser Rohre bei der Fertigung moderner Geschütze Anwendung. Vor dem Hintergrund seiner langjährigen Erfahrung und Innovationskompetenz in den Bereichen gepanzerte Fahrzeuge, Waffen, Munition, Aufklärungssensorik, Vernetzung sowie Ausbildung und Simulation bietet das führende europäische wehrtechnische Systemhaus ein weites Spektrum an Produkten und Systemen für die Artillerie des 21. Jahrhunderts.

Die Artillerie bleibt für heutige militärische Operationen nach wie vor unverzichtbar – selbst in asymmetrischen Konflikten. Ihre Präzision und Feuerkraft erlauben eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten: von „Show of force“ durch präzise Warnschüsse über das Blenden des Gegners zur Verschleierung eigener Bewegungen, Abriegeln wichtiger Geländeabschnitte, bis zum Zerschlagen gegnerischer Verbände oder Vernichten feindlicher Hochwertziele. Auch im Bereich der streitkräftegemeinsamen taktischen Feuerunterstützung nehmen die „Jünger der Heiligen Barbara“ eine zentrale Bedeutung ein.

Rheinmetall bietet zum einen moderne und leistungsfähige Komponenten für sämtliche Bestandteile der Wirkungskette Aufklärung – Führung – Wirkung. Eine weitere Kernkompetenz des wehrtechnischen Systemhauses aus Düsseldorf ist zudem die Fähigkeit, einzelne Komponenten zu hochwirksamen Verbunden zu vernetzten. Darüber hinaus leistet Rheinmetall mit seiner Simulationskompetenz einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung unserer Soldatinnen und Soldaten.

Aufklärung und Feuerleitung

Im Bereich der Aufklärung und Feuerleitung zählt Rheinmetalls Fernaufklärungs-, Beobachtungs- und Überwachungssystem Vingtaqs II zu den führenden Spitzenprodukten. Ausgestattet mit elektrooptischen Tag- und Nachtsichtsensoren sowie Laserentfernungsmesser kann das Vingtaqs II auf lange Distanzen präzise Zielkoordinaten aus der Position des vorgeschobenen Beobachters ermitteln. Als eigenständiges System kann es statisch, abgesetzt oder fahrzeuggestützt eingesetzt werden. Es lässt sich kostengünstig in eine breite Palette an Fahrzeugen integrieren. Das System nimmt außerdem Instrumente für lasergestützte Zielerfassung auf und eignet sich somit für die Einsätze von Fliegerleittrupps (Forward Air Controller). Die Genauigkeit der Zielerfassung für indirekte Feuerunterstützung geht bis zur Kategorie 1. Dank hoher Modularität kann Vingtaqs II an individuelle Kundenanforderungen angepasst werden. So lässt es sich mit einem Überwachungsradar ausstatten. Vingtaqs II eignet sich für alle Belange der streitkräftegemeinsamen taktischen Feuerunterstützung.

Rheinmetall hält darüber hinaus viele weitere Geräte für Beobachtung und Feuerleitung bereit, darunter das vorgeschobene Beobachtungssystem FOI 2000. Dieses kompakte, leichte und moderne Instrument wurde für präzise Zielerfassung bei Tages- und Nachteinsätzen entwickelt.

Zur Feuerleitung für Artillerie- und Mörsersysteme bietet Rheinmetall sein Vingpos-System an. Es eignet sich sowohl für selbstfahrende als auch gezogene Artilleriegeschütze sowie Mörser. Vingpos unterstützt bei der Navigation, bei der Vermessung der Feuerstellung sowie beim Richten. Hierdurch lässt sich die Zeit zur Feuereröffnung erheblich reduzieren. Weiterhin erhöht Vingpos die Flexibilität bei der Positionierung und verbessert die Treffgenauigkeit.

Wirkung: 155mm-Waffen und Munition

Die Panzerhaubitze 2000 mit der von Rheinmetall entwickelten 155mm-Kanone L52 gilt als das leistungsstärkste und modernste Artilleriesystem der Welt. Die Waffe zeichnet sich durch hohe Präzision aus. Verchromung und Laserhärtung des Rohres sorgen zudem für eine hohe Lebensdauer. Das zielgenaue und zuverlässige Waffensystem erlangt dank eines automatischen Geschossladers hohe Feuergeschwindigkeiten und erreicht mit Nato-Geschossen eine Reichweite von bis zu 30km, mit reichweitengesteigerten Geschossen bis zu 40km. Die modular aufgebaute Waffenanlage eignet sich auch für den Einbau in andere Panzer- oder Feldhaubitzen.

Um das breite Zielspektrum abzudecken, benötigt eine moderne Artillerie einen ausgewogenen Munitionsmix mit hohem Wirkungsgrad für unterschiedliche Szenarien. Rheinmetall bietet hier seine 155mm Assegai Artilleriemunitionsfamilie an. Sie umfasst Insensitive Munition (IM), konventionelle HE-Munition sowie Nebel-, Leucht-, Infarot-Leucht und weitere Geschosse. Die Assegai-Familie weist eine ballistische Gleichheit auf. Diese gewährleistet, dass das gesamte Munitionsspektrum auf die volle Reichweite von rund 40 Kilometern genutzt werden kann.

Die Assegai-Geschosse verfügen serienmäßig über konventionelle Boat-Tail-Hecks. Diese lassen sich durch den Kunden durch ein Base-Bleed (BB)-Modul zur Reichweitensteigerung austauschen – selbst im Felde, falls es die Lage erfordert. Bei einer Rohrlänge von 39 Kalibern erreicht ein Assegai BB-Geschoss eine Reichweite von über 30 Kilometern. Aus einem 52-Kaliber-Rohr verschossen, kann die Reichweite über 40 Kilometer betragen. Die Assegai-Munitionsfamilie entspricht voll und ganz dem Joint Ballistics Memorandum of Understanding (JBMoU) und wurde entsprechend der STANAG-Normen getestet. Ebenso wurde sie bereits aus der PzH 2000 erfolgreich verschossen. Absicht Rheinmetalls ist es, die gesamte Assegai-Familie für die NATO-Kunden zu qualifizieren.

Rheinmetalls modulares Treibladungssystem (MTLS) wurde 1996 als DM72 und DM82 bei der Deutschen Bundeswehr eingeführt. Aufgrund der gestiegenen Anforderungen für Einsätze wurde die DM72 zur DM92 weiterentwickelt und so die Einsatzfähigkeit in extremen Klimazonen auf 63°C gesteigert. Das MTLS wurde für den Einsatz in den NATO-Standardkalibern 155mm L39 und L52 entwickelt, qualifiziert und ist weltweit das einzige System, das die Anforderungen des JBMOU (Joint Ballistic Memorandum of Understanding) der NATO erfüllt.

Wirkung: 120mm-Mörser

Neu in der Artillerietruppe der Bundeswehr sind die 120-mm-Mörser und das von Rheinmetall entwickelte, auf dem Luftlandeträger Wiesel bewegliche Mörserkampfsystem. Als Effektor dieses leichten, luftbeweglichen, hochmobilen und vernetzbaren Führungs-, Aufklärungs- und Wirkverbundes dient der Wiesel 2 Leichter Panzermörser (lePzMrs). Ausgestattet mit einem rücklaufgelagerten 120mm-Vorderladermörser, der sowohl für herkömmliche Munition mit 8.000m Reichweite als auch für endphasengelenkte Munition ausgelegt ist, wird die Waffenanlage unter ballistischem und ABCSchutz bedient und nachgeladen. Durch die automatische Richtungs-, Höhen- und Positionsbestimmung sowie die vollautomatische Korrektur der Waffenposition von Schuss zu Schuss wird eine schnelle Feuerbereitschaft sowie hohe Präzision gewährleistet. Dadurch kann der Wiesel 2 lePzMrs sehr erfolgreich für schnelle Positionswechsel (Hide-hit-run-hide Taktik) eingesetzt werden.

Rheinmetalls innovative 120-mm-Mörsermunitionsfamilie umfasst neben HE-, Nebel- und Leuchtgeschossen ein dazu neu entwickeltes Treibladungssystem. Sie zeichnet sich durch eine hohe Reichweite (bis zu acht Kilometern) und hohe Präzision aus.

Die IHE-Munition ist optimiert gegen halbharte Ziele. Sie verfügt über eine wesentlich verbesserte Splitterwirkung und ist in der Lage, mit einem geeigneten Zünder armierten Beton nach STANAG 4536 zu durchschlagen. Das HE-Geschoss verfügt über insensitive Eigenschaften gemäß STANAG 4170.

Das Nebelgeschoss hat vier Nebeltöpfe, deren Design auf dem DM1560 des eingeführten 155mm-Nebelgeschosses DM125 basiert. Die verwendete Nebelmasse ist identisch und daher toxikologisch unbedenklich. Zudem bietet sie die gleiche Abdeckung im visuellen und infraroten Bereich.

Das Infrarot-Leuchtgeschoss ermöglicht eine exzellente Ausleuchtung des Gefechtsfeldes im IR-Spektrum von 0,7 bis 1,2μm, bei minimaler Signatur im visuellen Bereich für einen Zeitraum von ca. 45 Sekunden bei einer Fallgeschwindigkeit von <6m/s.

Das zur 120mm-Mörsermunitionsfamilie gehörende Treibladungssystem basiert auf dem EI-Treibladungspulver mit sehr guten Eigenschaften in Bezug auf Temperaturstabilität, Energieinhalt, Lagerung und System-Kompatibilität.

Rheinmetall bietet darüber hinaus komplette Mörsermunitionsfamilien in den Kalibern 81 mm und 60 mm an.

Im Auftrag der norwegischen Streitkräfte hat Rheinmetall sein Vingpos Mortar Weapon System entwickelt. Es umfasst eine Lafette mit integrierten hydraulischen Rückstoßdämpfern, einem kundenspezifischen Feuerleitrechner, Bedieneroberfläche und Bodenplatte. Die Lafette wiegt rund 618 Kilogramm, mit Bodenplatte kommt das Gesamtsystem auf 998 Kilogramm. Das System ist zum Einrüsten in den Schützenpanzer CV90 ausgelegt, kann aber auch abgesetzt eingesetzt werden. Zieldaten lassen sich über verschiedene Sensoren, über Führungs- und Informationssysteme oder auch manuell eingeben. Der Mörser richtet sich dann per Knopfdruck in Zielrichtung aus, die Ausrichtgenauigkeit liegt bei unter 5 mils. Die Lafette für das norwegische Programm ist für den britischen L16A2 81-mm-Mörser ausgelegt. Sie lässt sich aber auch auf 120mm-Mörser einrichten.

Ausbildung

Simulationsgestützte Ausbildung ersetzt zwar nicht den scharfen Schuss, aber sie bietet wertvolle Möglichkeiten für kostengünstige, flexible und äußerst realitätsnahe Aus-, Fort- und Weiterbildung. Rheinmetall gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Simulations- und Trainingstechnologie.

Gemeinsam mit eurosimtec hat der Geschäftsbereich Simulation and Training ein Joint Fires Training System (JFTS) entwickelt. Es dient unter anderem der Ausbildung Vorgeschobener Beobachter und Fliegerleittrupps. Diese trainieren hier in gesamter Bandbreite und auf allen Ebenen Verfahren zur Luftnahunterstützung sowie zur Leitung direkter und indirekter Feuerunterstützung. Im Rahmen der Einzelausbildung können Vorgeschobene Beobachter (Forward Observer/FO), Fliegerleittrupps (Joint Terminal Attack Controller/JTAC und Forward Air Controller/FAC), sowie Laser Operator (LO) für ihre Tätigkeiten ausgebildet werden. Weiterhin sind Ausbildungen auf Team-Level (Joint Fire Support Team/JFST) möglich. Schließlich eignet sich der JFTS auch für übergeordnete Ausbildungen sowie zur Einsatzvorbereitung.

JFTS baut auf Rheinmetalls TacSi-Simulationstechnologie auf ist als modulares und skaliberbares System ausgelegt. Ergänzt wird die Rheinmetall Simulationstechnologie um das Produkt Virtual Battlespace (VBS), welches aus dem Serious Gaming-Bereich bekannt ist. Damit verbindet JFTS international renommierte Simulationstechnolgie mit etablierter Serious Gaming-Technologie. Das erhöht die Akzeptanz beim Kunden, da VBS bei der simulationsgestützten Ausbildung weltweit zum Einsatz kommt.

JFTS erfüllt alle militärischen Anforderungen von der Hörsaalausbildung bis hin zur wiedergabegenauen FAC-Simulation und ist für NATO Standard Operating Procedures (SOP’s) qualifiziert. In das System lassen sich kundenspezifische Sensoren, Waffen sowie Führungs- und Informationssysteme einbinden, was zusätzlich zu einer umfassenden und höchst realistischen Ausbildung beiträgt. Rheinmetall und eurosimtec werden ihr Know-How aus dem JFTS bei der kürzlich gewonnenen Ausschreibung zur Regeneration der Ausbildungsanlage Schieß-Simulator Artillerie (AusbAnl SchießSim Art) BT33 einbringen.

Ausblick

Fast die gesamte Zeitspanne von Rheinmetalls über 125jähriger Firmengeschichte ist eng mit der Artillerie verbunden. Der in über einem Jahrhundert gesammelte Erfahrungsschatz wird stetig ausgebaut, um auch zukünftig der Artillerie in den Bereichen Aufklärung, Vernetzung, Führung, Feuerleitung, Wirkung, Logsitik und Ausbildung zur Seite zu stehen.

Quelle: DWT-Info Jahresheft 2015.

  • Rheinmetall AG

    Unternehmensbereich Defence
    Presse und Information

    Oliver Hoffmann
    Rheinmetall Platz 1
    40476 Düsseldorf
    Deutschland
    Telefon: +49 211 473-4748
    Fax: +49 211 473-4157