Paradiesische Zustände

Oder wenn Schmetterlinge sich wohlfühlen

Was haben Rheinmetall und Schmetterlinge gemeinsam? Man könnte meinen, recht wenig. Doch das Gegenteil ist der Fall. Von 2002 bis 2011 wurde das gesamte Erprobungsgelände von Rheinmetall (Fojana) bis zu 21 Mal pro Jahr untersucht. Die Schmetterlingsarten wurden an insgesamt 111 Beobachtungsterminen erfasst.

Die Schmetterlinge teilen sich eine rund 55 Quadratkilometer große Fläche in Niedersachsen. In Unterlüß in der Lüneburger Heide, auf dem Erprobungsgelände von Rheinmetall, hat sich eine Schmetterlingsfauna entwickelt, die einzigartig ist. Fojana ist eine Bewirtschaftungsphilosophie für Forst, Jagd und Naturschutz aus einer Hand und steht für ein Naturparadies, das in Deutschland seinesgleichen sucht.

Durch integrierten Naturschutz seitens Rheinmetall wurde aus dem Erprobungsgelände, das seit über 115 Jahren Sperrgebiet ist, ein Naturraum mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Aktive Landschaftspflege und Gestaltung haben dazu geführt, dass sich hier unter anderem tausende Insektenarten wohlfühlen. Und ganz besonders scheint sich das Schönste von allen hier wohl zu fühlen: der Schmetterling.

Die Vielzahl der Schmetterlinge, dieser fast magischen Wesen, die das Gebiet beflügeln, war dermaßen augenfällig, dass sich der Schmetterlingsexperte Dierk Baumgarten entschloss, das Fojana-Gelände einer genaueren Untersuchung zu unterziehen. Das war 2002. Die Untersuchungsergebnisse waren jedoch so spektakulär, dass Baumgarten mit der Unterstützung der Rheinmetall-Forstverwaltung einen erweiterten Zutritt zum Gelände erhielt und somit der Untersuchungszeitraum immer wieder verlängert wurde. Schließlich bis zum Jahr 2011. So entstand eine umfassende Studie aus einem zehnjährigen Untersuchungszeitraum.

Im gesamten Fojana-Gelände konnten 1.120 Arten der tag- und nachtaktiven Schmetterlinge aus 60 Familien nachgewiesen werden. Davon sind 568 Arten Großschmetterlinge (Macrolepidoptera) aus 23 Familien sowie 552 Arten Kleinschmetterlinge (Microlepidoptera) aus 37 Familien. Sieben Kleinschmetterlingsarten konnten erstmals für das Bundesland Niedersachsen nachgewiesen werden.

Die vielfältigen hochwertigen Lebensräume mit ihrem sehr beachtenswerten Bestand seltener und gefährdeter Schmetterlingsarten resultieren vornehmlich aus einer viele Jahrzehnte andauernden militärischen Nutzung und gleichbleibenden Pflege des Gebietes. Das Rheinmetall-Areal hat sich aufgrund der vielfältigen Vegetationstypen als ein sehr artenreiches und qualitativ hochwertiges Gebiet entwickelt. Der Hauptgrund für die Vielfalt und Güte des Fojana-Geländes ist die lange Standortkontinuität in Nutzung und Pflege, insbesondere im Bereich der Offenlandlebensräume. Die Philosophie eines nachhaltigen, in über 115 Jahren stetig weiterentwickelten Biotopmanagements mit dem Ziel der größtmöglichen Diversifizierung ergibt letztendlich diese hohe Artenvielfalt.

Quelle: "Paradiesische Zustände" - Exposé aus der Arbeit von Dierk Baumgarten, 2013

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