Chronik 1999-2010

1999
Um sich auf die erforderliche Neuordnung der europäischen Rüstungsindustrie durch Konsolidierungen und Kooperationen strategisch vorzubereiten, fasst Rheinmetall seine wehrtechnische Kompetenz organisatorisch und gesellschaftsrechtlich unter dem Dach der neu gegründeten Rheinmetall DeTec AG (Defence Technologies) zusammen.

Die Rheinmetall DeTec AG erwirbt die Mehrheit an der Oerlikon Contraves AG (Zürich), einem weltweit anerkannten Anbieter von kombinierten Kanonen- und Lenkwaffensystemen für die Flugabwehr.

Um ihre Kompetenz im Bereich Mittelkaliber weiter zu stärken und um die europäische Marktpräsenz zu verbreitern, erhöht die Rheinmetall DeTec AG ihren Anteil an der niederländischen Eurometaal Holding N.V. auf 66 Prozent.

Ende des Jahres übernimmt Rheinmetall DeTec den Geschäftsbereich Wehrtechnik von der IWKA Aktiengesellschaft (Karlsruhe). Dazu zählen die Unternehmen KUKA Wehrtechnik GmbH (Augsburg) und Henschel Wehrtechnik GmbH (Kassel), Systemführer bei gepanzerten Radfahrzeugen.
2000
Die bisher getrennt operierenden Gesellschaften Henschel Wehrtechnik, KUKA Wehrtechnik und MaK System Gesellschaft werden zur Rheinmetall Landsysteme GmbH verschmolzen. Damit vollzieht die Rheinmetall DeTec AG einen weiteren richtungsweisenden Schritt zur Konzentration der Systemfirmen für gepanzerte Fahrzeuge in Deutschland.

Zur Schaffung von Synergien im Bereich aktiver und passiver Schutzsysteme für Heer, Luftwaffe und Marine erwerben die NICO Pyrotechnik Hanns-Jürgen Diederichs GmbH & Co. KG und die RUAG Schweiz AG 31 Prozent der Anteile an der zur Rheinmetall DeTec AG gehörenden BUCK Neue Technologien GmbH. Im Jahr 2002 wird Rheinmetall DeTec alleiniger Gesellschafter.
2002
Im Zuge der Konzentration auf die wehrtechnischen Kerngeschäfte wird die zur Eurometaal Holding N.V. gehörende Tochtergesellschaft Intergas B.V., ein im zivilen Bereich (Brennwertkessel) tätiges Unternehmen verkauft und die Eurometaal N.V. (Niederlande) geschlossen.

Die Kompetenzen der Tochterunternehmen und Beteiligungen der Rheinmetall DeTec AG werden neu in vier strategische, markt- und ergebnisverantwortliche Geschäftsfelder gegliedert:

  • Land Systems,
  • Air Defence Systems,
  • Weapon and Ammunition,
  • Defence Electronics.
Parallel dazu werden die bestehenden Groß- und Mittelkaliberaktivitäten im Geschäftsfeld Weapon and Ammunition zusammengefasst. Aus diesem Grund erfolgt die Zuordnung der unter einer gemeinsamen Leitung stehenden Gesellschaften Mauser-Werke Oberndorf Waffensysteme GmbH sowie Oerlikon Contraves Pyrotec AG in dieses Geschäftsfeld.

Mit der Entscheidung des Deutschen Bundestages zur Entwicklung eines neuen Schützenpanzers für die Bundeswehr wird ein für die Zukunftsfähigkeit der deutschen wehrtechnischen Industrie maßgebliches Großprojekt auf den Weg gebracht. Das Volumen des Entwicklungsauftrags beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro. Zur Umsetzung gründen Rheinmetall Landsysteme und Krauss-Maffei Wegmann das Gemeinschaftsunternehmen PSM GmbH, an dem beide Unternehmen zu 50 Prozent beteiligt sind.
2003
Rheinmetall erwirbt die restlichen Anteile an der Oerlikon Contraves AG und wird alleiniger Gesellschafter.

Im Zuge der Konzentration auf die Heerestechnik wird das DeTec-Tochterunternehmen STN Atlas Elektronik geteilt. Die Bereiche Land- und Flugsysteme sowie die Simulation verbleiben bei Rheinmetall DeTec und firmieren von nun an als Rheinmetall Defence Electronics GmbH. Der Bereich Naval Systems sowie die Produktion werden dem bisherigen Mitgesellschafter BAE SYSTEMS übertragen.

Rheinmetall Landsysteme liefert die ersten neuen minenschutzverstärkten Schützenpanzer Marder 1 A5 an die KFOR-Truppe im Kosovo aus.

Die Deutsche Marine erhält die ersten fernbedienbaren Marineleichtgeschütze vom Typ MLG 27, die zum Selbstschutz von Kampfschiffen und kleineren schwimmenden Einheiten im Nahbereich entwickelt wurden.
2004
Mit dem Verkauf der in zivilen Geschäftsfeldern tätigen Heidel-Gruppe (Maschinen- und Werkzeugbau) sowie der Nico Feuerwerk GmbH schließt Rheinmetall die Konzentration auf wehrtechnische Kernkompetenzen ab.

Nach fast zehn Jahren an der Spitze des Defence-Bereichs geht Dr. Ernst-Otto Krämer in den Ruhestand. Klaus Eberhardt übernimmt neben seiner Position als Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG auch den Vorsitz im Vorstand der Rheinmetall DeTec.

Mit einer konsequenten Neuordnung im Geschäftsbereich Weapon and Ammunition reagiert Rheinmetall DeTec auf die veränderten Marktbedingungen in diesem Bereich. Durch die Verschmelzung der bisherigen Führungsgesellschaft Rheinmetall W&M GmbH mit der Mauser-Werke Oberndorf Waffensysteme GmbH, der Buck Neue Technologien GmbH sowie der Pyrotechnik Silberhütte GmbH auf die neue Rheinmetall Waffe Munition GmbH will Rheinmetall DeTec seine Position als führendes Systemhaus der Heerestechnik Europas im internationalen Wettbewerb weiter ausbauen.

Rheinmetall Defence Electronics gründet zusammen mit RAFAEL Ltd. und der DIEHL Munitionssysteme GmbH das Gemeinschaftsunternehmen EuroSpike GmbH, welches als Generalunternehmer für die EuroSpike-Flugkörperfamilie tätig ist.

Mit der Eröffnung einer Vertretung in Warschau vollzieht die Rheinmetall-DeTec-Gruppe einen weiteren wichtigen Schritt der Internationalisierung und der konsequenten Erschließung wichtiger Zukunftsmärkte. Zudem verstärkt die Unternehmensgruppe ihren Marktauftritt beim Nato-Partner Griechenland mit der Gründung der Rheinmetall Hellas S.A., mit Sitz in Athen.
2005
Als Mitgesellschafter der neu gegründeten HIL Heeresinstandsetzungslogistik GmbH ist Rheinmetall Landsysteme für einen Zeitraum von acht Jahren für die Instandsetzung von ausgewählten Fahrzeugen und Waffensystemen des deutschen Heeres verantwortlich.

Im Zuge der Neuordnung im Geschäftsbereich Weapon Munition wird die Oerlikon Contraves Pyrotec AG in RWM Schweiz AG umbenannt.

Mit dem neuen Geschäftsfeld "Public Security" trägt Rheinmetall Defence der veränderten Bedrohungslage Rechnung und bietet Systemlösungen für die Abwehr von Gefahren für die innere Sicherheit sowie für den Bevölkerungsschutz.

Durch die Übernahme des Mittelkaliber-Spezialisten Arges m.b.H., Schwanenstadt/Österreich, und mit dem Einstieg bei der AIM Infrarot-Module GmbH, Heilbronn, das künftig als Gemeinschaftsunternehmen mit dem bisherigen Gesellschafter Diehl geführt wird, vollzieht Rheinmetall Defence einen weiteren strategischen Schritt der Internationalisierung sowie der Komplettierung des Produktportfolios.
2006
Sachsens Ministerpräsident Milbradt nimmt in Dresden mit der weltweit größten Kondensatorbank das Herzstück des neuen Hochfeld-Magnetlabors des Forschungszentrums Rossendorf in Betrieb. Experten von Rheinmetall Waffe Munition entwickelten die hochmoderne kapazitive Energieversorgungsanlage gemeinsam mit dem Betreiber.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 50. Gründungstag des Deutschen Heeres wird der Prototyp des neuen Schützenpanzers Puma erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit der ersten Lieferung von 12 Marineleichtgeschützen des Typs MLG 27 an die kuwaitische Marine gelingt Rheinmetall Waffe Munition der Durchbruch auf dem internationalen Markt.

Das Nato Munitions Safety Information Analysis Center verleiht an Rheinmetall Waffe Munition und Nitrochemie für ihre Leistungen im Bereich der verbesserten Rohrwaffen-Treibladungspulver und Ladungssysteme den begehrten Insensitive Munition Award.
2007
Mit der Übernahme des Mehrheitsanteils von 51% an der Chempro GmbH in Bonn und dem Einstieg bei der in Lohmar ansässigen ADS Gesellschaft für aktive Schutzsysteme mbH baut Rheinmetall Defence seine Position als Systemanbieter für Landstreitkräfte aus.

Rheinmetall Defence wird vom Koblenzer Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung mit der Entwicklung eines Schutzsystems für Feldlager der Bundeswehr beauftragt. Das Nächstbereichs-Schutzsystem schützt die Soldaten mit modernsten Mitteln der Flugabwehr vor terroristischen Angriffen durch Raketen, Artilleriegeschosse und Mörser.

Mit der Übernahme der schweizerischen Zaugg Elektonik AG, einem international renommierten Hersteller von Sicherheitszündsystemen für militärische Anwendungen, rundet Rheinmetall Defence sein Kompetenzspektrum als Komplettanbieter von Mittel- und Großkalibermunition weiter ab.
2008
Rheinmetall Defence baut mit der Übernahme des niederländischen Fahrzeugbauers Stork PWV B.V. von der Muttergesellschaft Stork N.V., Amsterdam, seine Position als führendes Systemhaus in der europäischen Heerestechnik weiter aus und stärkt damit seine Stellung in einem der größten Vorhaben der Heeresrüstung in Europa.

Als Systemhersteller und aktueller Betreiber eines der weltweit modernsten militärischen Übungszentren – des deutschen Gefechtsübungszentrums Heer (GÜZ) - zeichnet Rheinmetall sich nicht nur für die Lieferung der Systemtechnik verantwortlich sondern leistet auch umfangreiche technische und logistische Unterstützungsleistungen zur Sicherstellung eines reibungslosen Betriebes des GÜZ.

Seine führende Rolle auf dem Feld der Waffensysteme, der Munition und der dazugehörigen Antriebe unterstreicht Rheinmetall Defence mit der Akquisition des Mehrheitsanteils von 51% an der südafrikanischen Denel Munition (Pty) Ltd., Pretoria.

Mit der Übernahme eines 51% Anteils von Jenoptik an der LDT Laser Display Technology GmbH, Jena, stärkt Rheinmetall Defence seine Position als führender Anbieter von Simulatoren für Ausbildung und Training von Luftfahrzeugbesatzungen. Gleichzeitig komplettiert Rheinmetall mit diesem Schritt sein Produktportfolio mit Hochleistungs-Sichtsystemen, die weltweit die technologische Spitze markieren.
2009
Im Zuge der Bündelung sämtlicher globaler Air Defence Aktivitäten des Rheinmetall-Konzerns wird die Oerlikon Contraves AG in Rheinmetall Air Defence AG umbenannt.

Mit dem Startschuss für die Serienproduktion der Puma Schützenpanzer – dem derzeit größten europäischen Rüstungsprojekt für die Landstreitkräfte - erhält Rheinmetall Defence den bedeutendsten Einzelauftrag in der neueren Unternehmensgeschichte.
Als Kompetenzzentrum für Komponenten zu Infanterie-Ausstattung bietet die bisherige Oerlikon Contraves Deutschland GmbH unter dem neuen Namen Rheinmetall Soldier Electronics GmbH ihre Leistungen auf dem Feld moderner Streitkräfteausrüstung an.

Das erste Serienfahrzeug vom Typ Boxer wird an die OCCAR (Organisation Conjointe de Coopération en matière d’Armement) und an das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) übergeben. Mit dem Boxer erhalten die deutschen und niederländischen Streitkräfte ein hoch geschütztes und besonders mobiles Transportfahrzeug, das gerade den aktuellen militärischen Herausforderungen Rechnung trägt.
2010
Rheinmetall AG und MAN Nutzfahrzeuge AG gründen das gemeinsame Unternehmen Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (RMMV). Hiermit entsteht ein bedeutender Komplettanbieter im Markt für militärische Radfahrzeuge, der die vollständige Palette der geschützten und ungeschützten Transport-, Führungs- und Funktionsfahrzeuge für die internationalen Streitkräfte abdeckt.

Die Rheinmetall AG hat die Übernahme der norwegischen Simrad Optronics ASA erfolgreich mit einem Squeeze-out durchgeführt und hält nun 100% der Anteile. Simrad ist ein international operierender Anbieter von Komponenten für fernbedienbare Waffenstationen, von elektro-optischen Geräten und Upgrades von Waffen-Systemen.
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    Dr. Christian Leitzbach
    Hohenstein 150
    42283 Wuppertal
    Deutschland

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