Chronik 1950-1998

1950
Zur leichteren Erlangung von Arbeitsgenehmigungen für die in der Bundesrepublik Deutschland gelegenen Betriebe werden mit der Rheinmetall AG in Düsseldorf und der Borsig AG in Berlin zwei voneinander unabhängige Gesellschaften gegründet. Die Rheinmetall-Borsig AG wird eine reine Holdinggesellschaft.

Die neuen operativen Gesellschaften erhalten die Erlaubnis zur Herstellung ziviler Güter. In Berlin wird die Borsig AG einer der größten Hersteller von Dampfkesseln und Kälteanlagen. In Düsseldorf werden Schreibmaschinen, Stoßdämpfer, Aufzüge, Gerbereimaschinen sowie Transport- und Verladeeinrichtungen (z.B. Kräne) gebaut.
1956
Am 23. Juni übernimmt die Röchling'sche Eisen- und Stahlwerke GmbH die Aktienmehrheit an der Rheinmetall-Borsig AG aus dem Besitz der Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches. Anfang August wird die Tochtergesellschaft Borsig AG an den Salzgitter-Konzern verkauft.

Im November beschließt die Rheinmetall-Hauptversammlung in Berlin die Umbenennung des Unternehmens in Rheinmetall Berlin AG. Die rheinische Tochtergesellschaft Rheinmetall AG wird 1957 in die Rheinmetall GmbH umgewandelt. Zeitgleich mit der Aufstellung der Bundeswehr knüpft die Rheinmetall GmbH wieder an ihr wehrtechnisches Fertigungsprogramm an und beginnt mit der Herstellung von Maschinengewehren, Maschinenkanonen und Munition für die Bundeswehr.
1964
Neben der Herstellung von leichteren Waffen wird auch die Fertigung schwerer Waffen, also von Geschützrohren und Lafetten, in das Produktionsprogramm der Rheinmetall GmbH aufgenommen. Das Unternehmen beginnt mit der Ausstattung von Panzern und Artilleriegeschützen. So werden in Düsseldorf eine Jagdpanzer-Kanone, ein Standard-Panzerturm und eine Panzer-Haubitze entwickelt.
1970
Die Rheinmetall GmbH erwirbt die Mehrheit an der NICO Pyrotechnik Hanns Jürgen Diederichs KG in Trittau.
1972
In Unterlüß errichtet die Rheinmetall GmbH eine den modernsten Ansprüchen genügende Temperier-Versuchsanlage (TVA) zur klimatechnischen Erprobung von Waffen und Geräten, die auch zu einem großen Teil zum Testen ziviler Produkte genutzt wird.
1978
Beginn der Serienfertigung der Feldhaubitze FH 70.
1979
Der erste Kampfpanzer Leopard 2 wird an die Bundeswehr ausgeliefert. Ausgerüstet ist er mit der von der Rheinmetall GmbH entwickelten 120 mm Glattrohrkanone - eine vielbeachtete technologische Innovation in der Kampfpanzerbewaffnung der Nato.
1988
Gemeinsam mit der Diehl Munitionssysteme GmbH & Co. KG gründet Rheinmetall die GIWS Gesellschaft für Intelligente Wirksysteme mbH. Das Unternehmen spezialisiert sich auf intelligente Munition, Geschosse und sonstige wehrtechnische Wirksysteme für alle Einsatzzwecke.
1989
Rheinmetall feiert sein 100-jähriges Bestehen.
1990
Die Rheinmetall GmbH beteiligt sich mit 60 Prozent an der zur Fried. Krupp GmbH gehörenden MaK System Gesellschaft in Kiel. Zum Programm des Unternehmens gehören die Fertigung neuer Systeme für die Landstreitkräfte und Spezialfahrzeuge, z.B. für den Einsatz im Umweltschutz. 1992 übernimmt die Rheinmetall GmbH auch die restlichen 40 Prozent der MaK System GmbH und ist damit alleiniger Gesellschafter. Im gleichen Jahr liefert das Kieler Unternehmen die ersten gepanzerten Waffenträger Wiesel an die Bundeswehr aus.
1992
Nach mehr als hundert Jahren verlässt die Rheinmetall GmbH 1992 ihren traditionsreichen Standort Düsseldorf-Derendorf und konzentriert ihre wehrtechnischen Fertigungskapazitäten im Kompetenzzentrum Unterlüß. Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung ziehen in einen Neubau nach Ratingen.

Mit der Beteiligung an der WNC-Nitrochemie GmbH in Aschau am Inn, einem Hersteller von Schieß- und Treibladungspulver sowie verbrennbaren (Munitions-) Komponenten, verstärkt Rheinmetall das Engagement auf dem Gebiet der Munitionsfertigung.
1994
Die Rheinmetall GmbH wird in Rheinmetall Industrie GmbH umbenannt.
1995
Die Rheinmetall Industrie GmbH erwirbt von der Nürnberger Diehl-Gruppe 60 Prozent der Geschäftsanteile der Mauser-Werke Oberndorf Waffensysteme GmbH. Damit ergänzt Rheinmetall sein Know-how-Spektrum im Bereich mittelkalibriger Maschinenkanonensysteme.
1996
Die Rheinmetall Industrie GmbH wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Im Dezember erwirbt Rheinmetall zusammen mit der Badenwerk AG - als stillem Gesellschafter - aus der Konkursmasse des Bremer Vulkan 51 Prozent der Gesellschafteranteile an der STN Atlas Elektronik GmbH; die restlichen 49 Prozent übernimmt als dritter Konsortialpartner British Aerospace. Die industrielle Führung liegt bei Rheinmetall. Als international positioniertes Unternehmen auf dem Gebiet der wehrtechnischen Elektronik sowie ziviler Schiffselektronik verstärkt STN Atlas Elektronik die Kompetenz von Rheinmetall auf den Gebieten Waffe und Munition sowie bei Systemen und Geräten.

Rheinmetall erwirbt ein Drittel der Anteile an der niederländischen Gesellschaft Eurometaal N.V. in Zaandam (Niederlande).
1997
Die Rheinmetall Industrie AG bereitet sich zu Jahresbeginn mit einer neuen Organisationsstruktur auf die zukünftigen Entwicklungen in der Wehrtechnik vor. Zur Erhöhung der nationalen und internationalen Kooperationsfähigkeit werden die operativen Geschäftsbereiche ausgegliedert und in rechtlich selbstständige Gesellschaften überführt. Der Geschäftsbereich Waffe und Munition der Rheinmetall Industrie AG wird auf die neu gegründete Rheinmetall W&M GmbH (Ratingen/Unterlüß) übertragen.

Die MaK Systemgesellschaft GmbH übergibt dem Heer das erste Serienexemplar des Minenräumpanzers Keiler. Der Prototyp des Panzers operiert bereits erfolgreich bei der Landminensuche in Bosnien.
1998
Rheinmetall übernimmt von der Energie Baden-Württemberg, vormals Badenwerk AG, deren 25-Prozent-Geschäftsanteile an der STN Atlas-Gruppe und ist nun mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter an der operativen STN Atlas GmbH. Zu Beginn des Jahres gliedert STN Atlas Elektronik den Bereich zivile Schiffselektronik aus und überführt ihn in die neu gegründete STN Atlas Marine Electronics GmbH mit Sitz in Hamburg.

In Form einer Überkreuzbeteiligung erwirbt die Rheinmetall Industrie AG 55 Prozent an der Nitrochemie Wimmis AG von der SM Schweizerische Munitionsunternehmung (Thun) und gibt 45 Prozent an der Nitrochemie Aschau GmbH an diese Gesellschaft ab. Um eine einheitliche Führung der beiden Gesellschaften zu gewährleisten, wird die Holding Nitrochemie AG in Wimmis (Schweiz) gegründet.

Das erste Gerät des unter der Mitwirkung von Rheinmetall und MaK neu entwickelten Waffensystems der Rohrartillerie, die Panzerhaubitze 2000, wird der Bundeswehr übergeben. Der Rhino-Minenräumer von MaK nimmt seinen Dienst in Kroatien auf.

Die Rheinmetall Industrie AG übernimmt von der BUCK System GmbH (Neuenburg/Fronau) deren wehrtechnischen Bereich und gründet die BUCK Neue Technologien GmbH.
  • cL historia

    Dr. Christian Leitzbach
    Hohenstein 150
    42283 Wuppertal
    Deutschland

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